Wie wir gestärkt aus der Krise kommen

Die Kontrolle über unser Leben zu haben – das gibt uns ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Doch leider – oder vielleicht sogar glücklicherweise – verläuft das Leben nicht immer nach unseren Wünschen. Wir haben beobachtet, dass Menschen die extremen Umstände und die abrupte Veränderung der letzten Monate sehr unterschiedlich bewältigt haben. Dabei fragen wir uns, was wohl nötig ist um gestärkt aus dieser Krise zu kommen und mit dem nötigen Optimismus daraus zu lernen und zu wachsen, anstatt die Dinge einfach nur hinzunehmen.


Aus Gesprächen mit vier erfolgreichen Business-Frauen und Wissenschafterinnen in den Bereichen Netzwerk, Investment, Talent und Innovation ist nun eine Mini Serie entstanden. Wir haben die Expertinnen zu ihren persönlichen Lernerfahrungen befragt und um konkrete Tips gebeten, wie du selbstbewusst, innovativ, vernetzt und erfolgreich die Zukunft auch in COVID Zeiten in die Hand nehmen kannst.


Unser erstes Gespräch führen wir mit Miriam Steckl, Innovatorin und strategische Design Thinking Expertin am Hasso Plattner Institut.



Teil 1 - Innovatives Mindset als Chance

post-its innovation design thinking | myGiulia


Wie würdest du ein innovatives Mindset beschreiben?

Für mich gehören zu einem innovativen Mindset verschiedene Elemente, drei davon stechen besonders heraus. Zu allererst das Lernen durch Experimentieren. Wir befinden uns in einer Zeit, in welcher wir durch Ausprobieren Neues entdecken und erschaffen können. Wir haben die Chance bekommen, die Richtung zu wechseln, in dem was wir tun und wie wir es tun, weil bekannte Prozesse plötzlich nicht mehr funktionieren. Mit einer bejahenden Haltung zum „Scheitern“ und „Fehlern“ haben wir nun die Gelegenheit diese Situation als Lernerfahrung anzuerkennen. Besonderes Potenzial besteht darin, aus diesen neuen Erfahrungen Rückschlüsse zu ziehen, um ständig die eigenen Ideen und Herangehensweisen zu iterieren.


Zum Zweiten ist es wichtig für eine/n InnovatorIn, Unsicherheit aushalten, ja sogar genießen zu können. Die Komplexität der derzeitigen Herausforderungen nehmen immer weiter zu und wir können sie einfach nicht kontrollieren, sondern müssen belastungsfähig die Ungewissheit aushalten.


"Die innovative Denkhaltung dabei bezieht sich auf die Fähigkeit, Herausforderungen mit unvorhersehbaren Ergebnissen nicht einfach nur zu tolerieren, sondern die Mehrdeutigkeit, unvollständiger Informationen sowie potentieller Widersprüche konstruktiv für sich zu nutzen."

Da Lösungen meist nicht mehr endgültig sind, reagiert ein/e InnovatorIn mit Flexibiltät und kann spontan die eigene Meinung oder Richtung ändern.


"Für dieses Mindset benötigen wir Mut und den optimistischen Glauben, dass eine bessere Zukunft möglich ist und dieses Ziel trotz aller Widerstände erreicht werden kann."

Die Unsicherheit der kommenden Zeit birgt für jede/n von uns die Chance, eine radikal neue Zukunft zu erdenken und zu kreieren. Über eine einzelne Idee, Produkt oder Service hinaus in vernetzten Systemen zu denken, welche Gesellschaften und Umwelt in neue, nachhaltige und gleichberechtigte Zusammenhänge stellt, ist für mich ein extrem wichtiger Bestandteil eines innovativen Mindsets.

Was hat dir persönlich in den letzten Monaten konkret geholfen innovativ zu denken und dadurch neue Chancen zu erkennen?

Ich habe eine Wand mit Post-its in meiner Wohnung gestaltet. Dort stehen nun alle Ideen, neuen Initiativen und positiven Veränderungen, welche in den letzten Monaten entstanden sind, sowohl im persönlichen, im beruflichen aber auch im globalen Kontext. Die bunte Wand erinnert mich immer daran, dass Innovation in Zeiten von Krise angekurbelt wird und wir alle aktiv daran beteiligt sind und sein können. Spieleabende mit der Familie über Web-Kamera, Digitalisierung von Arbeitsprozessen und neue Geschäftsmodelle, oder Hackathons mit jungen Menschen aus ganz Europa – mit guten Ideen, Erfindergeist und viel Mut gestalten wir alle eine positive Zukunft mit.


Was kann ich morgen konkret tun um mich stärker und innovativer zu fühlen?

Eine super einfache Alltagsübung heißt „Apfelzwillinge“: Starte eine inhaltliche Assoziationssammlung, wobei der Apfel als Grundbegriff dient (z. B. Apfelbaum, Augapfel) und zeichne so viele Objekte und wie möglich auf ein Papier. Alle weiteren Assoziationen sollten sich auf den Apfel beziehen. Was kommt Dir in den Sinn, wenn du an einen Apfel denkst?

Mit dieser Übung unterstützt man „Out-of-the-Box“-Denken, es regt die Fantasie jedes Einzelnen an und ermutigen zu wilden und verrückten Ideen. Ein Warm-up für außergewöhnliche Ideen.

Los gehts!


Weitere einfache Kreativitätsübungen für den Alltag


Unsere Expertin

Miriam Steckl

Miriam Steckl widmet sich dem menschenzentrierten Design und der Forschung und entwirft dabei Lernerfahrungen im strategischen Design Thinking für Führungskräfte. An der HPI Academy in Potsdam trainiert sie agile Methoden und Strategien zur Bewältigung von Komplexität in Veränderungsprozessen. 

Mehr Infos über Innovatives Mindset findest du auf der Website der HPI Academy

Miriam betreibt auch einen Podcast: 100 Frauen

Kontakt: linkedIn



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