Frauenbilder mit Andrea und Nicole

von Christina Kaiser


In der ersten Folge unserer Filmportraits FRAUENBILDER treffen Andrea + Nicole aufeinander. Andrea Kollar, 41, ist Künstlerin. Nicole Meidl, 26, ist Trainerin für Weiblichkeit & Sexualität. Ihre gemeinsame Botschaft ist "Frauen können nur in ihrer Kraft sein, wenn sie eine Verbindung zu ihrem Körper haben." Wir haben mit ihnen über den Film gesprochen und rückblickend ihre Eindrücke beim Dreh Revue passieren lassen.


Andrea Kollar und Nicole Meidl

Man spürt sehr deutlich, dass es da eine ganz besonders positive und kraftvolle Energie zwischen euch beiden gibt. Wie habt ihr das erlebt?


Andrea Kollar: Ich war einfach zutiefst beeindruckt von Nicoles Mut und ihrer Ehrlichkeit und ihrer Power während des Drehs. Das war auch der Grund, warum ich das Portrait unbedingt mit ihr machen wollte. Weil ich das Gefühl habe, dass Nicole einfach so in ihrer Kraft ist. Und das finde ich so beeindruckend.


Niole, wie fühlst du dich, nachdem du den Film gesehen hast?


Nicole Meidl: Irgendwie ist das surreal. Der Film ist einfach mega geworden und meine innere Kritikerin, die sehr, sehr laut sein kann, ist gerade ganz leise und hat auch nichts zu melden. Und ich finde, unsere Regisseurin, Hanna, hat da mit ihrem Team so eine großartige Leistung vollbracht. Ich danke ihr von Herzen.


Was war eure Motivation, bei diesem Projekt überhaupt mitzumachen?


Nicole Meidl: Als mich die Andrea angerufen hat und über die Filmidee erzählt hat, war das sofort ein absolutes: Ja. Also sie hat dann schon auch noch kurz versucht, mich von dem zu überzeugen, obwohl ich schon längst überzeugt war (… lacht), aber ich war da eigentlich schon im vollen Vertrauen, dass das passt. Ich vertraue da voll auf mein Gefühl. Also ich habe dich und Hanna ja auch davor kennenlernen können und die Atmosphäre bei unserem Vorgespräch war so schön, weil wir sind ja zwei Stunden zusammen gesessen und haben unsere Geschichten erzählt und einander zugehört und da war sofort vollstes Vertrauen. Bei mir war da nie auch nur ein Funken eines Gedankens, dass das in die Hose gehen könnte, oder dass ich da in Unterwäsche vor der Kamera bin und das könnte schrecklich aussehen.


Andrea, was war für dich die Motivation zu sagen, du machst bei diesem Projekt überhaupt mit?


Andrea: Meine Vision ist es, Frauen zu zeigen, wie wunderschön und kraftvoll sie sind. Und weil ich diese Welt vor mir sehe, in der Frauen in ihrer Kraft sind und Frauen gemeinsam mit Männern die Welt gestalten. Es ist mir einfach ein ganz besonderes Anliegen, dieses Bild nach außen zu tragen. Und dann hast du, Christina, mich angerufen und es hat sofort Klick gemacht. Es ist total berührend zu sehen, wie die eigene Vision wahr wird. In meiner Kunst geht es um die Darstellung der Frau, die Verbindung zwischen Frauen. Und ich finde, dass man das auch in dem Film total spürt, dass da diese Verbindung zwischen Nicole und mir da ist. Und dazu muss ich auch sagen, dass sich Nicole und ich vor dem Videodreh kein einziges Mal privat getroffen haben. Trotzdem war sofort diese Verbindung da.


Ein Filmteam voller Frauen. Wie hat sich das für euch vor Ort angefühlt ?


Andrea: Es war super spannend für mich und es war unglaublich schön. Ich hatte den Kontrast, weil ich genau zwei Wochen vorher mit einem anderen Team gefilmt habe. Dazu muss man sagen, die waren auch alle toll. Aber bei unserem Dreh war eine ganz andere Energie am Set. Es hat sich so alles so natürlich angefühlt, da war ein Miteinander und es hat etwas sehr Fürsorgliches gehabt, sehr Respektvolles. Es war total kraftvoll und inspirierend.


Ich glaube, dass wir ganz dringend Frauen brauchen, die in ihrer Kraft sind und die sich ihrer eigenen Kraft bewusst sind. Frauen sind einfach so kraftvolle Wesen. Es ist unglaublich. Ich sehe das überall, bei all den Frauen um mich herum.

Nicole: Ja, also ich finde, das das Team war das Tüpfelchen auf dem i. Und natürlich, gerade wenn es um so ein Thema geht, ist es doppelt schön, da ein reines Frauenteam zu haben, weil das hat das Ganze irgendwie noch verstärkt. Ich habe den Tag wirklich sehr genossen und bin gleichzeitig auch von der Arbeit und der Professionalität, der anderen Frauen am Set total inspiriert worden.


Was bedeutet euer Körper für euch selbst?


Andrea: Mein Körper ist mein Zuhause und ich bin meinem Körper wahnsinnig dankbar, weil durch meinen Körper kann ich das tun, was ich jeden Tag tue. Ohne meinem Körper wäre das alles nicht möglich. Meine Arbeit. Mein ganzes Sein.


Nicole: Für mich war mein Körper so ein bisschen der Schlüssel, auch zu meiner Heilung und zu meiner Arbeit. Weil ich gemerkt habe, wie unverbunden ich mit meinem Körper bin. Und dass es nicht nur mir so geht, sondern den meisten anderen Frauen auch so. Und für mich war der Körper wirklich ein Schlüssel zu mehr Sinnlichkeit, zu meiner Sexualität und auch zum zum Wohlfühlen.


Ich sehe das auch immer in meiner Praxis, was möglich ist, wenn Frauen diese Tabus, diese Scham, dieses sich klein halten, sich klein machen, ablegen und dann wirklich wie so ein Phönix aus der Asche wieder auferstehen und auf einmal voll da sind und sich Welten verändern.




Was war das Wichtigste Learning für dich, für deine eigene Sexualität, Nicole?


Nicole: Meine Bedürfnisse überhaupt kennen zu lernen. Ich habe immer gedacht, sehr offen zu sein und hab habe mich sehr geschmückt damit zu sagen: Ja, ich bin sexuell total offen.

Experimentierfreudigkeit ist toll, allerdings erst nachdem man die eigenen Bedürfnisse kennengelernt hat, nachdem man die eigenen Grenzen kennengelernt hat. Bei den meisten Frauen, und ich beobachte das sehr bei vielen jungen Frauen, passiert dieser Schritt zuerst. Wir sind in dieser feministischen Welle und wollen super offen und selbstbestimmt sein und vergessen dabei, dass da eigentlich ein Schritt davor passieren muss, nämlich dass wir zuerst uns selbst kennenlernen müssen. Erst danach können wir wissen und bestimmen, was das überhaupt für uns bedeutet und was wir eigentlich wollen.

Deswegen war es für mich wirklich wichtig, Sex für eine Zeit lang komplett wegzulassen, obwohl ich in einer Partnerschaft war - natürlich alles in Absprache mit meinem Partner - und mich dann nur auf mich zu konzentrieren. Was fühlt sich denn eigentlich wirklich gut an? Wie möchte ich wirklich berührt werden und was geht überhaupt nicht? Und das ist das Schöne an dieser Arbeit. Es geht wirklich um diese Selbstbestimmtheit und diese Eigenverantwortung, die wir alle übernehmen können. Wenn wir lernen, unsere Bedürfnisse, unsere Grenzen kennenzulernen, dann werden wir anfangen, in der Beziehung diese Grenzen zu setzen und diese Bedürfnisse auszusprechen und irgendwo einzufordern. Und je stärker diese Verbindung ist und dieses Wissen ist, desto mehr prallt da alles an einem ab, was dem nicht entspricht.


Was würdet ihr euch wünschen für die Frauen, die sich diesen Film ansehen?


Andrea: Eine gute Frage. Eigentlich will ich nichts über Frauen drüberstülpen und Erwartungen von mir in andere Frauen hinein projezieren. Aber ich würde mich freuen, wenn es etwas Positives auslöst.


Christina: Danke Andrea, mit dieser Antwort sprichst Du eigentlich genau das an, was wir von Anfang an versucht haben irgendwie als roten Faden durchzuziehen, denn wir wollen den Frauen auf myGiulia nicht sagen, wie sie sein sollen, oder was sie tun sollen, sondern ihnen einfach Inhalte liefern, die sie inspirieren, die sie positiv stimmen. Was sie dann damit tun, ist ihnen selbst überlassen.


Nicole: Ich wünsch mir für die Frauen, die den Film ansehen werden, dass sie keine Angst davor haben, sich selbst neu kennenzulernen und wieder zurück in ihre Kraft zu kommen. Und, dass sie diesen Schritt auch wirklich machen. Dass sie das Potenzial sehen, das in ihnen schlummert. Dass sie sehen wie schön das Leben in ihrem Körper, in ihrer Sexualität sein kann und nicht Angst davor haben, diese Büchse der Pandora zu öffnen und vor dem, was sich darin befindet. Dass sie sagen:

"Da gibt es mehr. Da möchte ich mich neugierig auf Entdeckungsreise begeben."




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Nicole Meidl: www.moonwildyoga.at

Andrea Kollar: www.andreakollar.at


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