Grace Jones - eine zeitlose Ikone

von Eszter Ambrózi

Grace Jones ist ein Name, der in den Siebzigern und Achtzigern gar nicht aus der Popkultur wegzudenken war. Als Model, Sängerin und Schauspielerin schrieb sie mit ihrem mächtigen, kühlen Auftreten, ihrem androgynen Aussehen und einer zuvor noch nie gesehenen Ästhetik nicht nur Geschichte, sondern legte neben anderen Künstler*innen den Grundstein für die Diskussionen und Erkenntnisse über Gender und Sexualität, die wir heute haben. Die Neunziger Jahre hindurch zog sie sich jedoch etwas aus dem Rampenlicht zurück, was darin resultierte, dass dieser Name in meiner Generation, den Kreisen der Nineties Kids, fast komplett in Vergessenheit geriet. In den Neunzigern war nicht viel Neues von ihr zu hören und so entkam sie auch fast meiner Aufmerksamkeit, hätte es da nicht die Platten meiner Eltern in meiner Kindheit gegeben.

Grace Jones on stage source: Wikicommons

Das erste Mal, als mir Grace Jones wieder buchstäblich vor Augen geführt wurde, war 2015 bei der Derniere von “Man and Superman” im Londoner National Theatre. Ich stand am Bühnenausgang und wartete auf meinen Lieblingsschauspieler, um den sich eine Menschentraube aus Fans gebildet hatte. Geduldig wollte ich mir eine Zigarette anzünden, um die Wartezeit zu verkürzen, hatte kein Feuerzeug und tippte eine große Dame neben mir an. “Sorry, do you have a lighter?” Sie trug eine Kapuze, war sehr groß und ihre Augen blickten mich pechschwarz an, als sie sich umdrehte. “Of course, honey, here you go”, sagte sie mit ihrer donnernden Stimme und zündete schwungvoll meine Zigarette an, die mir vor Staunen fast aus dem Mund fiel. Ich brachte nicht mehr al