Hau(p)tsache von Innen - Das Geheimnis schöner Haut

Von Christine Klimaschka

Die Haut umgibt das Äußere unseres Körpers und steht damit im Mittelpunkt, wenn es um das Thema Schönheit geht. Straff soll sie sein, hydriert, frisch, rosig, glatt, weich, faltenfrei. Sie gesund zu erhalten, bedarf einer guten Pflege. Allerdings ist die Frage, ob wir das wie bisher von außen tun sollen, oder das Geheimnis schöner Haut nicht ganz woanders liegt.



Die Haut ist das größte menschliche Organ. Sie hat wichtige Funktionen, ist Atem-, Stoffwechsel- und Schutzorgan in einem und reguliert den Wärmehaushalt des Körpers. Sie hält unseren Körper zusammen, schützt vor Druck und ist Ausscheidungs- sowie Tastorgan. Im gesunden Zustand schützt uns die Haut vor Krankheitskeimen, Bakterien und Pilzen. Eigentlich ist sie eine absolute Superheldin!


Anstatt allerdings dankbar zu sein für das, was sie täglich für uns leistet, wird sie meist mit Chemikalien überfordert, oft mit Make-up zugekleistert, zu aggressiv gereinigt, zu wenig mit Wasser hydriert und zu intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Ist das nicht irgendwie unfair? Ein gesundes Hautbild ist sehr individuell und sagt viel darüber aus, was wir unserem Körper im Laufe der Jahre zugemutet haben. Da wir die Haut ein Leben lang tragen, wollen wir dann nicht doch lieber gut zu ihr sein?


Die gute Nachricht ist, dies scheint einfacher zu sein als man denkt. Dr. Yael Adler, Dermatologin und Bestsellerautorin des Buches "Hautnah - alles über unser größtes Organ", verrät uns, wie wir durch gesunde Haut mehr Schönheit erlangen.



Ich habe eine liebe Freundin, die ist auch Hautärztin, vor kurzem gefragt: "Hast Du nicht eine Creme gegen Falten, die Du empfehlen kannst?" Da hat sie mich herzlich angelacht und gesagt: “Das kannst Du vergessen, weil die nutzen alle nichts.“ Können Sie uns erzählen, ob es doch etwas gibt, das der Hautalterung entgegenwirkt?


DR. ADLER: Der Körper unterliegt einem Alterungsprozess und den können wir leider, und das ist einfach so, nicht beeinflussen. Ein Drittel ist genetisch bedingt und zwei Drittel sind quasi äußere Umstände: Umweltfaktoren, Lebensstil, Psyche etc. Man kann allerdings auf Prävention setzen. Dabei sollte man versuchen, sich durch möglichst viele gesunde Lebensstilaspekte gesund zu halten und das spiegelt sich dann auch an der Haut wider.

Kosmetische Cremes können nicht in den Körper hinein, weil die Hautbarriere sehr stark ist, das heißt, unsere Haut hält alle unsere Feinde draußen, Chemikalien, Erreger, Allergene und natürlich auch die Anti-Aging Substanzen aus den Cremes. Eine Lotion kann die Haut immer nur für Momente aufplustern, aber nach ein paar Stunden ist das wieder weg geknittert, weil diese Wirkstoffe nicht in die zweite Schicht der Haut gelangen können, wo man sie eigentlich bräuchte. Sprich da, wo die Kollagenfasern und elastischen Fasern und die Hyaluronsäure sind.


Man altert ja nicht nur in der Haut, sondern auch im Bindegewebe, im Fettgewebe in der Muskulatur und den Knochen - es gehört alles zusammen. Daher ist es einfach naiv zu denken, dass wenn man oberflächlich cremt, man die Haut, die zwangsläufig am Körper hängt, verjüngt.

Die wichtigste Sache ist es deswegen tatsächlich über den Lebensstil zu gehen, wobei man auch hier den natürlich Altersprozess nicht stoppen kann. Allerdings kann man viel tun, um die beschleunigte Alterung aufzuhalten, also zum Beispiel: nicht rauchen, starke Sonneneinstrahlung vermeiden, keine Solarien, Verzicht auf regelmäßigen Alkohol, ungesunde Ernährung, auf dem Sofa sitzen bleiben, Feinstaub, Stress und vielleicht auch keine menschlichen Kontakte, die einen quälen, anstatt gut zu tun, denn das sind alles Altersbeschleuniger. Im Umkehrschluss hält Sport und jegliche Form von Bewegung jung, also eine Balance zwischen Ausdauer, Kraft, Koordination. In jedem medizinischen Fachbereich ist die Antwort, die am Ende steht, immer: Sport. Freie Radikale entstehen den ganzen Tag im Körper über Umweltfaktoren und durch unseren eigenen Stoffwechsel. Diese werden durch Sport neutralisiert und oft auch sogar überkompensiert. Das heißt unser Körper setzt diese Radikalfänger vermehrt frei und Schadstoffe werden neutralisiert.


Leider geht es irgendwann nicht mehr nur um den Aufbau, sondern einfach um den Erhalt des Körpers. Hier kommt die Ernährung ins Spiel. Das ist auch eines meiner Steckenpferde. Pflanzenkost ist die Basis der Ernährungspyramide. Wenn man jung bleiben will und gesund, sollte man also viele bunte Pflanzen essen, denn jede Pflanzenfarbe hat einen gesundheitsfördernden Aspekt, wirkt also zum Beispiel antioxidativ und kann das Immunsystem stärken.

Außerdem hemmen hautfärbende Pflanzenstoffe, also Beta-Carotin, die schädliche Sonneneinstrahlung. Wenn sich Beta-Carotin in der Haut ablagert, wenn man jeden Tag ein Glas Möhrensaft mit einem Tropfen Öl trinkt, damit es gut aufgenommen werden kann, färbt das die Haut dezent orange und verlängert den Eigenschutz gegen die Sonne um das Zwei- bis Dreifache, und es hilft zu reparieren, weil es ein Antioxidant ist und man sieht dadurch gleichzeitig attraktiv aus. Studien zeigen, dass man dann anziehender wirkt als künstlich sonnengebräunt, weil dieses Gesundheitssignal quasi mitkommuniziert wird.



Die Gesundheit unserer Haut hängt also stark von der Ernährung ab. Was sind Ihre Top 10 Lebensmittel für eine gesunde Haut?


DR. ADLER: Möhrensaft und Tomatenmark mit Lycopin. Man kann das zwar in Kapseln auch in der Apotheke kaufen, dort ist es allerdings teuer, oder man hat eben das Tomatenmark. Wichtig ist, dass es eben diese konzentrierte und schon quasi aufgebrochene, also erhitzte Form ist, damit das Lycopin für den Körper bioverfügbar wird, auch bei den Möhren als Saft, oder Suppe ist es besonders bioverfügbar. Wenn es nur geknabbert wird, reicht es nicht, da müsste man ein halbes Kilo knabbern und feinst zermalmen. Super ist auch Matcha Pulver Tee, da bekommt man sehr viel Chlorophyll, was auch sehr gut antientzündlich wirkt und dann sind Walnüsse sehr gut, weil da sind viele Mineralien, Ballaststoffe und Vitamine drin, die sind von allen Nüssen tatsächlich die gesündesten. Und es sind 2 Paranüsse pro Tag für die Selenversorgung sehr gut. Man sagt jeden Tag eine Handvoll Nüsse verlängert das Leben quasi um zehn Jahre!

Unpasteurisiertes Sauerkraut oder andere fermentierte Nahrungsmittel, die frisch sind, die also noch lebendige Bakterien enthalten, weil die sehr gut sind für den Darm. Des Weiteren alles, was viele Ballaststoffe enthält und jetzt ist es nicht mehr ein spezielles Nahrungsmittel, sondern eine ganze Gruppe: Topinambur, Pastinake, rote Beete, auch Spargel und bittere Salate, wie Endivie, Chicoree, Raddiccio, Kohl, erkaltete Kartoffeln, Artischocken, weißer Pfirsich, Apfelschale, Melone, Papaya, Erbsen, das sind alles Nahrungsmittel, die lösliche Ballaststoffe enthalten, oder z.B. Akazienfasern in Reinform.


Man weiß jetzt aus der ganz aktuellen Forschung, dass bei einer starken Darmflora nicht nur die Organe gesund sind und die Haut, sondern diese auch ganz stark unseren Alterungsprozess beeinflussen kann. Die Darmbakterien machen viele Sachen für uns, sie bekämpfen z.B. dass Giftstoffe aus dem Nahrungsbrei das Immunsystem reizen und Entzündung bewirken. Sie produzieren für uns Vitamine und setzen auch Stoffwechselprodukte frei, man nennt es das Metabolom. Da sind eben auch Fettsäuren dabei, die z.B. vor Krebs schützen können, oder die mit dem Nervensystem kommunizieren. Die Basis aller Darm stärkenden Maßnahmen sind lösliche Ballaststoffe und besonders gut verträglich sind diese Akazienfasern, das ist quasi der Saft der Akazien. Auch Flohsamenschalen sind sehr ballaststoffreich – halb löslich, halb fasrig (Stuhl formend). Und auf reichlich Eiweißzufuhr achten, es kann natürlich auch pflanzliches Eiweiß sein. Das sind meine tatsächlichen Nahrungsmittel Tipps.



Was sollte man absolut vermeiden, damit der Darm uns schön machen kann?


DR. ADLER: Wenn ich Haut Patienten vor mir sitzen habe, sage ich immer: Verzichten Sie auf Zucker und Weißmehl, weil der Zucker verklebt Eiweiße und die lassen nach Studien eben die Haut schneller altern. Das heißt also Zucker nicht in purer Form, sondern wenn überhaupt im Obst, dann ist es besser für die Darmbakterien als purer Zucker.


Auch Kuhmilch ist ein Problem, weil Kuhmilch macht Akne und Akne wird mittlerweile als Zivilisationskrankheit gesehen. Die Talgdrüsen werden überaktiv und groß, die Poren verhornen stärker, ausgelöst durch Insulin like growth factor 1, der in der Leber freigesetzt wird. Verantwortlich sind zum einen insulinotrope Aminosäuren, Leucin Isoleucin und Valin, die auch in vielen Fitness Shakes enthalten sind und tatsächlich eine schlechte, also zu fettige Haut machen können. Zum anderen enthält Kuhmilch 245 kleine Botenstoffe, die heißen microRNA. Sie sind so groß wie Viren und die docken an 11000 menschliche Gene an. Bisher wissen wir allerdings noch nicht, was sie im Einzelnen alles anrichten. Klar ist damit: Milch ist kein Nahrungsmittel, sondern ein Signalsystem (Zitat Prof. Bodo Melnik ). Milch lässt nicht nur die Talgdrüsen lässt, sondern, so sagen wissenschaftliche Studien, steigern das Risiko für Diabetes, Übergewicht, einige Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankung ist, also quasi entstehen wirklich Zivilisationserkrankungen durch die Kuhmilch! Aus diesem Grund ist Kuhmilch in der flüssigen Form, nicht besonders zu empfehlen.

Wenn man sie zu sich nimmt, dann besser fermentiert, also als Käse, original griechischer Joghurt, Kefir oder Buttermilch. Wenn nicht tot pasteurisiert, finden sich hier gesundheitsförderlichen Bakterien und im Kefir auch Hefen, die dann als Platzhalter im Darm dienen und die bösen Bakterien quasi verdrängen.


Es ist übrigens wichtig, dass man im Darm nicht nur gesundheitsförderliche Bakterien hat, sondern auch eine große Artenvielfalt. Das ist wie in der Natur im Wald – Monokultur ist anfällig, Mischwald ist robust.

Wenn ich mir das Mikrobiom, also das Darmvolk im Darm vieler Patienten ansehe, (das macht man über molekulargenetische Stuhlanalysen im Speziallabor) dann achtet man auf Kriterien wie den pH Wert, der sollte leicht sauer sein, also etwa pH 6. Da fühlt man sich wohl als Bakterium. Zweitens sollte man eine hohe Artenvielfalt haben und drittens sollte man innerhalb der Artenvielfalt nicht so viele Toxinbildner oder Stör-Bakterien haben, sondern gesundheitsförderliche Bakterien. Wenn etwas im Argen ist, dann versucht man diese Artenvielfalt zu fördern durch die oben erwähnten prä- und probiotisch wirkenden Nahrungsmittel oder auch effektive Mikroorganismen. Die gibt es als Fermentationsgetränk, das trinken die Menschen auf Okinawa, wo man besonders alt wird - da sind 33 Bakterien und Hefen drin. So schafft man eine gesundheitsförderliche Artenvielfalt und wenn das gelingt, dann hat man gute Chancen, noch älter zu werden und gesund dabei zu bleiben.



Oft kommen Patienten zum Hautarzt, um sich doch jünger, schöner spritzen zu lassen. Sie wissen, dass ein Gesamtpaket der Schönheit nicht so einfach zu haben ist und mit Lebensumstellung, Verzicht und Konzequenz zusammen hängt. Sind die dann frustriert?


DR. ADLER: Also, ich erzähle in meinen Sprechstunden immer das ganze Spektrum, was es so gibt und lasse dann frei wählen. Wenn jemand nur kommt, weil er/sie eine Anti-Aging-Creme will, dann sage ich immer: Die Effekte sind extrem beschränkt, aber dann nehmen Sie doch ein Produkt, das ihre Hautbarriere an eventuell trockenen oder gereizten Stellen stärkt, damit die Haut nicht austrocknet und Allergenen robust gegenüber steht.


Das kann man dann machen und immer nur dort eincremen, wo die Haut es nicht alleine schafft, gern auch punktuell, weil meistens schafft die Haut das allein!

Ich sage immer dazu, nicht mehr so zu reinigen, wie bisher, sondern nur mit Wasser waschen, damit die Haut die eigenen wertvollen Fette nutzen kann. Sonnenschutz ist übrigens ein Produkt, das ich gerne empfehle, weil das natürlich der beschleunigten Hautalterung entgegensteht.


Häufig wird auch nach Kollagen gefragt. In der Tat gibt es Daten, die sagen, wenn man Kollagen Ampullen trinkt, oder Omas Knochenbrühe selber auskocht (nach 12 Stunden hat man auch Kollagen und Hyaluronsäure da drin), dass das die Hautfestigkeit und die Haut Durchfeuchtung verbessert. Das ist jetzt natürlich nichts für Veganer, aber das funktioniert, weil die meisten von uns auch zu wenig Eiweiß und Aminosäuren zu sich nehmen.


Ich mache auch oft ein Aminogramm, das ist sehr interessant, denn da sieht man, dass doch so hier und da einige Aminosäuren fehlen. Die Präventionsmedizin empfiehlt offiziell zum Beispiel Tryptophan, aus dem im Gehirn dann das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin entsteht, das ist letztendlich der Schönheitsschlaf. Es ist sehr interessant, dass das sogar in unsere Sprache übernommen wurde. Denn nachts wird die Haut repariert mittels Dunkelreparatur auch dank dem Schlafhormon Melatonin, das ein ganz starker Genwächter und Zellschützer ist. Das heißt, wenn man zu wenig Melatonin hat, dann altert man im Schlaf und wird nicht jünger und schöner.


Also Tryptophan fehlt vielen, oder es fehlt vielen auch l-Phenylalanin. Wenn man davon zu wenig hat, dann hat man eine schlechte Stressresistenz. Daraus wird das Belohnungshormon Dopamin und die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gemacht und wenn man das in der Situation nicht ausbilden kann, in der man es braucht, dann kommt man quasi in eine Dauerstress-Situation, so eine Art Burnout, das macht natürlich jetzt auch nicht jünger. Oder Arginin ist eine Aminosäure, die vielen fehlt, welche für die Durchblutung der Haut, oder der Haarwurzel verantwortlich ist. Ich hatte eine Patientin mit Haarausfall, der hat nichts gefehlt an Mikronährstoffen, wir haben alle Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Omega-Fettsäuren, alles abgenommen, es war alles perfekt, allerdings fehlte ihr Arginin. Dann hat sie es als Nahrungsergänzungsmittel bekommen und schon wuchsen die Haare wieder.


Wenn man Blut analysiert und es fehlt jemanden etwas an Mikronährstoffen, selbst, wenn man sich gesund ernährt, profitiert der gesamte Körper, wenn man sie auffüllt über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel.

Ich stell mir das immer vor wie eine Schweizer Taschenuhr mit lauter silbernen Zahnrädern, die alle ineinandergreifen und surren und drehen. Angenommen eines davon ist verrostet, oder es ist irgendwie kaputt, dann hängt die Uhr. Wenn Zink fehlt, was häufiger passiert als man denkt, dann wird man nicht genug Enzymreaktion im Körper haben, um alles im Fließen zu halten. Das heißt, man muss das Zink auffüllen, damit wieder alles flutscht und so ist das auch mit der Ernährungsmedizin in Hinblick auf die Altersvorsorge.


Wie stehen Sie zu Schönheitsbehandlungen?


Natürlich biete ich als Hautärztin auch Verfahren wie Botox, Hyaluronsäure, Laser und all das an. Es kommen Leute und sagen: Sehen Sie mich doch mal an, was kann ich denn da tun und dann sage ich immer für mich sind sie genauso schön, wie sie sind und wir müssen gar nichts tun. Oft beharren sie, weil sie irgendetwas extrem stört (Augenringe, eine Zornesfalte, tiefe Nasolabialfalten). Dann sehe ich mir an, ob man das so beheben kann, dass der Patient/die Patientin profitiert, vielleicht im Sinne eines Finetuning und nicht grotesk wirkt.


Wir sehen es in den Medien: Manche lassen so viel an sich machen, dass sie keineswegs schöner aussehen, allenfalls anders.

Wenn man sich umsieht, dann fällt einem schon auf, dass einige maskenartig aussehen und das wirkt meiner Meinung nach nicht jung. Ein altes Gesicht, das viel Mimik hat, sieht da oft viel vitaler und frischer aus.


So lachende Augen zum Beispiel wirken eigentlich jünger als eine tot-gespritzte Fassade.

Hyaluronsäure finde ich kann man einsetzen, wenn jemand so ein bisschen aufgefrischt werden will. Das kann absolut gut sein, dann kann man mit kleinen Mitteln etwas nachhelfen. Danach sind die Leute happy und es kann sogar regenerativ wirken. Daher wird Hyaluronsäure auch in der Medizin genutzt bei Narben, Gelenkverschleiß oder zur Stimulation zurück getretenen Zahnfleischs.


Was ich nicht schön finde ist, wenn ein Gesicht mit Spritzen komplett verändert wird um 1:1 dem Goldenen Schnitt zu entsprechen. Ich habe erst vor ein paar Tagen wieder an einer sehr beachteten Fortbildung teilgenommen.


Da wurde die alternde Frau in Deutschland mit einem Kellerloch verglichen, denn die würde ja nicht auf die Schönheit achten und sich nicht sozusagen dem hingeben, was es so an Möglichkeiten gebe, dabei sei doch ein Gesicht wie ein Haus: “If there is a crack, you have to fix it!" Das finde ich eine komplett unärztliche Einstellung.

Es ist zwar auf dem Foto faszinierend zu sehen, was man mit solchen "cracks" machen kann, aber wenn man dann die Patient*innen sieht, wie sie agieren wie sie reden, ihre Mimik nutzen wollen und ausgenommen sind hier auch Ärzte nicht, die das so massiv auch an sich selber machen, das sieht dann einfach komisch aus und ist nicht schön.



Nach dem Ende der Corona Lockdowns wollen nun wieder alle raus und irgendwie noch schöner sein, als sie sowieso schon sind. Spüren Sie das auch, also merken Sie bei ihren Patient*innen, da kommt eine Welle von "Unser Aussehen ist jetzt ganz wichtig, weil wir können auch wieder ohne Masken Menschen treffen.”?


DR. ADLER: Ja, jetzt, wo man wieder mehr rausgeht, sich zeigt und die Maske ab und zu fällt, werden Schönheitsbehandlungen sehr gerne nachgefragt. Aber auch vorher schon nutzte man die Zeit um Therapien zu erhalten, die mit Flecken, Schwellungen oder Krusten einhergehen, etwas die Beseitigung von Sonnenschäden.


Es gab und gibt vor allem aber leider auch ganz viele Nebenwirkung durch die Masken, also von Abszessen und aufgeriebener Haut hinterm Ohr über viele Pickel, also Akne Pickel, aber auch periorale Dermatitis, Ausbruch von Rosacea, Neurodermitis und Schuppenflechte und fettigen Ekzem unter der Maske, Lidrandentzündung mit Eiterpickeln durch das Hochsteigen der feuchten Luft.



Sie befassen sich ja auch mit dem Thema Dysmorphophobie. Bläst Ihnen mit Ihren diesbezüglichen Auffassungen ein starker Gegenwind der Industrie entgegen oder wie geht's Ihnen damit?


DR. ADLER: Das werde ich ganz oft gefragt. Überhaupt nicht, weil stellen Sie sich einfach einen tosenden, stürmischen Ozean vor und ich sitze auf so einer kleine Nussschale und blase in eine kleine Pfeife. Das merkt natürlich keiner, das ist denen egal.


Es ist öfter mal so, dass ich als Testimonial angefragt werde. Aber Ärzte machen keine Werbung. Auch keine Anti-Werbung. Wir klären auf, informieren, wollen heilen. Es geht um Prozeduren und Wirkstoffe, nicht um spezielle Produktwerbung. Es tut sich aktuell viel bei der Mikrobiom Kosmetik. Da man das Hautmikrobiom endlich als relevant erkannt hat und weiß, dass es besser sein kann, nicht mehr zu desinfizieren, antispetisch, antibiotisch oder mit Produkten mit Konservierungsmitteln zu behandeln, sondern dass man gerade bei Hautkrankheiten schaut, dass man die guten Hautbakterien auf der Haut und die Bakterien im Darm stärkt. Da gibt es jetzt die ersten Produkte, die das so ein bisschen können, oder stabilisieren.

Natürlich empfehle ich meinen Patienten medizinische Pflegekosmetik bei medizinischen Problemen, dabei suche ich mir jedoch das Beste aus verschiedenen Ecken, von verschiedenen Firmen zusammen. Viele haben gute einzelne Produkte, aber ich würde wohl eher keine ganze Serie empfehlen, zumal das auch gar nicht nötig ist, das ist ein von der Industrie kreiertes Bedürfnis.

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Es ist ein Fehler zu sagen, man braucht eine Tagescreme, Nachtcreme, eine Augencreme, Handcreme, Fußcreme, ein Tonic, Seifen, Peeling, ein Fluid, Ampullen. So sind ja die Serien. Das heißt nun, man entfettet sich, um dann künstlich wieder mit Produkten das Spannungsgefühl wegzubekommen und dann bringt man Chemie auf die Haut und dann kriegen die Leute Pickel, Reizungen, Allergien, weil das nie genau passt und so weiter, ein Teufelskreis.

Mein Lieblingsprodukt ist Sheabutter. Das ist 100% unraffiniertes Pflanzenfett, das ich für trockene Stellen nehme, mehr braucht man im Grunde eigentlich nicht und wenn man sich nicht so radikal seift und nur Wasser verwendet, dann ist die Haut auch in der Lage, selber von ihrem selbst produzierten Fett zu profitieren. Wenn jemand trotz Waschen mit Wasser aber trotzdem Probleme hat, dann gibt es natürlich Empfehlungen und dann schaue ich, was zu diesem Menschen individuell passt.


Viele Produkte empfindet die Haut als gar nicht so toll, vor allem da, wo viele Chemikalien drin sind, die die Haut zu Allergien, zur Stewardessenkrankheit, zu Reizungen, zu Juckreiz und fettigen Pickeln, oder Kosmetikakne bringen können.


Oft kann die Haut nicht mehr richtig atmen, denn die Haut braucht ja auch Sauerstoff von außen. Vaseline auf Mineralölbasis, ähnelt einer Plastiktüte, die man über die Haut legt. Auch enthalten Mineralöle krebserregende Inhaltsstoffe.

Die Haut kann da nicht atmen, austretende Feuchtigkeit kann nicht richtig abdampfen, das lässt die Poren quellen, dann vermehren sich die falschen Bakterien. Folglich fängt es an zu jucken. Mein Bekannter, ein Psychoanalytiker, kommentierte das einmal überspitzt so: "Im Grunde sei das viele Schminken und Cremen ein Überbleibsel aus der analen Phase in der frühen Kindheit. Dieses Matschen mit Kaka ist wie das Matschen mit Kosmetikartikeln im eigenen Gesicht."


Im Gespräch mit


Dr. med. Yael Adler hat sich mit Haut und Haaren der Dermatologie verschrieben. Angeregt

durch ihren Großvater, der Hautarzt war, studierte sie in Frankfurt und Berlin, promovierte 1999

und machte, neben ihrem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, eine

Zusatzausbildung zur Phlebologin und Ernährungsmedizinerin nach DGEM. Seit 2007 praktiziert Yael Adler in ihrer Privatpraxis in Berlin, dem Zentrum für Haut-, Venen-und Lasermedizin.


Die engagierte Hautärztin gibt seit vielen Jahren

Experten-Rat, in TV-Sendungen, Zeitschriften und ihren Podcasts "Wir müssen reden, Frau

Doktor!" und "Ist das noch gesund?". Zudem moderiert Yael Adler medizinische Fachveranstaltungen

und hält Infotainment-Vorträge mit Standup-Sprechstunde.


Mit ihrem im Herbst 2016 publizierten internationalen Sachbuch-Bestseller "Haut nah" begeistert die Dermatologin bis heute Leser in der ganzen Welt. Das Buch wurde inzwischen in 30 Sprachen übersetzt. Mit „Darüber spricht man nicht“ – Weg mit den Körpertabus", gelang Yael Adler 2018 ein weiterer Spiegel Platz 1-Bestseller. Ihr aktuelles Buch "Wir müssen reden, Frau Doktor!" beschäftigt sich mit der Arzt-Patient-Kommunikation. Kontakt zu Dr. Yael Adler www.yael-adler.de



Unsere Lieblingsprodukte für gesunde, schöne Haut


Laut Dr. Adler mag unsere Haut also gerne Shea Butter. Tipp: Achte darauf, dass Du 100% reine Shea Butter kaufst. Wenn Du Dich für das Thema Haut interessierst, dann empfehlen wir Dr. Adlers Buch "Haut nah".



Nicht nur im Sommer schützt Sonnenschutz vor beschleunigter Hautalterung. Diese Produkte finden wir besonders gut, mit rein natürlichen Inhaltsstoffen!



Wir haben gehört, dass Sport ein Grundpfeiler für jünger aussehende Haut ist. Also ab ins Sportoutfit. Worauf wartest Du noch?




Viele schwören vor dem Duschen die Haut durch etwas bürsten anzuregen und dabei gleichzeitig abgestorbene Hautschuppen abzureiben. Mit etwas natürlichem Öl & Wasser wirkt die Haut sofort rundum glücklich.




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